
WORTE VON FEDER
Ein Ort in dem Gedanken ihre Form in Worten finden.
FRECCIA |'17
Ich bin der seichte Strom,
der sich um Deine Knöchel legt,
wie ein Versprechen.
Deine klare Stimme bebt
auf meiner Zunge. Deine Sicht
getaucht in jedem meiner Atemzüge.
| Gehoben vom Wind |
zeichne ich Landschaften,
wie Erinnerungen an etwas,
das nie war und doch ewig ist.
Inmitten legt sich der Mond
an meine Haut. Die Stille
ringsum spricht in Stimmen,
die keine Worte brauchen.
Ich bin die Fließende, die Quelle.
Ich bin die Öffnung, das Becken,
und die Tiefe.
| durch mein schillerndes Perlmutt |
Ich bin das Meer in Deiner Kehle,
die Gischt auf Deiner Haut,
der Sog unter Deinen Lidern.
Ich bin der Guss, der Tau.
Ich bin die Trübende,
Klärende und Reflektierende.
Ich bin die,
die sich auflöst
und Dich dann doch ganz
durchdringt.
| gleitest du auf den Grund |
Ich bin der seichte Strom,
der sich um Deine Knöchel legt,
wie ein Versprechen.
Ich bin die Bewegung,
das ungesagte Wort
in Deinem Atem, das Echo.
| oh mare, oh freccia |
Es ist die Sonne ,
die unsere Seelen küssend weckt.
Doch es sind die Schatten
die sie formen.
Der Nabel offenbart den Ursprung – dort, wo alles anhebt – die Monas. |'20
Hier manifestiert sich die Verflechtung der Generationen und verwebt unser Hier und Jetzt mit den Tiefen der Vergangenheit.
In diesem Zentrum atmet die Philosophie von Gilles Deleuze: Es gibt weder Anfang noch Ende, nur das ewige Spiel von repli und dépli – das unendliche Falten und Entfalten. In seiner knolligen, organischen Form vereint der Nabel das Profane mit dem Mythischen; er ist die leibhaftige Beziehung, unsere tiefe Verflechtung und Verbundenheit.
Die Haut, als Organ der Empfindung, wird zum Medium unserer Hingabe; ihre feinen Furchungen und die zarten Male der Zeit sind die Spuren gelebten Daseins. Sie schenkt Licht und Schatten eine Dimension – eine Tiefe, die uns erst als fühlende Wesen definiert.
Die Intimität der Körperfalte schreibt die Chronik unserer Existenz. Wir sind das Geflecht unserer Beziehungen – ein endlos fließendes Gewebe, das seine Wahrheit in der Falte findet. Unlösbar an den Körper gebunden, schenkt die Falte dem Menschen ein tiefes, grenzenloses Spektrum des Fühlens.